Sharon Dodua Otoo, geboren in London, ist Schriftstellerin und Herausgeberin, sowie Kuratorin des Schwarzen Literaturfestivals „Resonanzen“. 2016 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Ihr Debütroman „Adas Raum“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata Haller und ihr Chef Heinz Brockhaus, der ihr angeboten hat, sie mit dem Auto dorthin zu fahren. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt auf die überfüllten Straßen, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung. Am Ende ist Brockhaus tot und Amata wird vor Gericht stehen.

Sharon Dodua Otoo
So, in etwa, ist es geschehen | Roman | S. Fischer Verlag | Frankfurt a. M. 2026 | 144 S. | 22,00 Euro
Jury-Stimme zu „So, in etwa, ist es geschehen“:

»Es ist erstaunlich, wozu wir Menschen fähig sind.« – Und es ist erstaunlich zu sehen, aus welch unterschiedlichen Perspektiven Sharon Dodua Otoo den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu bestätigen vermag. Wie spannend ein Roman über einen Mord sein kann, in dem schon auf Seite eins die Mörderin feststeht, zeigt Otoo eindrücklich in »So, in etwa, ist es geschehen« und greift dabei wichtige, aktuelle Diskurse über Kolonialismus, Rassismus und Vergangenheitsaufarbeitung auf.
Louisa Seidel, Literaturhaus Hannover
